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In Paris beobachtete ich unlängst
einen fleißigen französischen Bautrupp bei der
Erneuerung von Gas- und Wasserleitungen. Auf einer Länge
von vielleicht 50 Metern hob eine erste Gruppe das Erdreich
aus Graben in bereit stehende Big Bags. Etwas weiter war eine
zweite Abteilung mit dem Herausholen der alten und dem Verlegen
der neuen Rohre beschäftigt, während noch etwas
weiter eine dritte Mannschaft die Erde aus den Big Bags wieder
in den Graben schüttete. Am Abend war die Arbeit getan,
es blieb nur noch der letzte Belag aufzutragen, was zwei Tage
später geschah. In Luxemburg fahre ich auf dem Weg ins
Büro durch eine Strasse, in der seit Monaten ein Bautrupp
neue Leitungen verlegt und seit Monaten den Verkehr behindert.
Die Bürger lassen es mit sich gewähren und die Politiker
bekommen nicht mit, was passiert. Aber dafür haben wir
ja nun das berühmte Kulturjahr mit dem blauen Hirschen,
der darauf wartet, dass die Wildschweine aus den Ardennen,
dem Hunsrück und der Eifel ihm einen Besuch abstatten.
Dass die Wildschweine nicht in Konzerte gehen, hatten wir
ja bereits erörtert, ob sie sich mit hochbfürstlichen
Eintrittskarten rotunde Ausstellungen ansehen werden, wird
man ja dann noch sehen. Über dieses Kulturjahr wird Pizzicato
minimal berichten, denn wir gehören, wie uns bescheinigt
wurde, nicht zu der Publikumspresse und bekommen daher auch
nicht mal Krümel vom Werbekuchen für 2007. Da unsere
Zeitschrift nun aber einmal auch auf Einnahmen aus der Werbung
angewiesen ist, müssen wir im redaktionellen Teil entsprechend
reagieren. Was es in der Vergangenheit an kultureller Kooperation
in der Großregion gab, teilt Ihnen ein ausführlicher
Beitrag in diesem Heft mit. Was die Zukunft bringt lesen Sie,
verehrter Leser, dann bitte in der 'Publikumspresse'.
Es werfe Sie mir nun niemand vor, eine Zeitung
nach kommerziellen Kriterien zu machen. Wäre dem so,
würde es Pizzicato nämlich gar nicht geben. Und
dennoch ist unser Magazin 15 Jahre alt geworden. Wir haben
es ein Jahr lang auf der Titelseite vermerkt. Eine Feierlichkeit
zu veranstalten, um den Geburtstag zu begehen, war aus finanziellen
Gründen nicht möglich. Und so bleibt mir nur noch
dieser Weg, um all denen meinen Dank aus zu drücken,
die zu dieser Zeitschrift stehen: Den Mitbegründern bei
den Jeunesses Musicales für ihre Ermutigung und Unterstützung
in den ersten Jahren, den heutigen Teilhabern des Verlags
für ihr Vertrauen, unseren Lesern, die mit ihrem Abonnement
eine wesentliche finanzielle Stütze sind, sowie unseren
Anzeigenkunden, die ihrerseits die Attraktivität der
Information erhöhen und uns helfen, die Produktionskosten
zu begleichen. Auch die Unterstützung des Kulturministeriums
und des Fonds Culturel National sind für uns Geldquellen,
ohne die Pizzicato nicht überleben würde.
Wir können also nur hoffen, dass diese
Parameter auch in den kommenden Jahren in dieser Form stimmen
werden, damit das Land Luxemburg auch weiterhin eine international
anerkannte Musikzeitschrift als weithin sichtbare Fahne unseres
reichhaltigen Musiklebens haben wird. Vielleicht ist ja bis
zum 20. Geburtstag die oben angesprochene, langwierige Baustelle
auch beendet. Remy Franck
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